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Wer hat Anspruch auf Zusatzleistungen zur AHV/IV?

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Zusatzleistungen zur AHV/IV zu erhalten?

Anspruch auf Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV/IV hat:

  • Wer seinen Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hat.
  • Wer bereits Anspruch auf eine AHV- oder IV-Rente oder eine Hilflosenentschädigung hat.
  • Wer während mindestens sechs Monaten ununterbrochen ein IV-Taggeld bezieht.
  • Wer aufgrund eines Staatsabkommens einen Anspruch auf eine ausserordentliche Rente der AHV oder IV hätte, wenn die Mindestbeitragsdauer erfüllt wäre.
  • Wenn die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen.

Anspruch auf kantonale Beihilfen (BH) hat:

  • Wer die Voraussetzungen für den Bezug von Ergänzungsleistungen erfüllt.
  • Wer Schweizer- oder EU/EFTA-Bürger ist und in den letzten 25 Jahren gesamthaft 10 Jahre im Kanton Zürich wohnhaft war, davon die letzten zwei Jahre ununterbrochen.
  • Ausländerinnen und Ausländer müssen gesamthaft 15 Jahre im Kanton Zürich wohnhaft gewesen sein, davon die letzten zwei Jahre ununterbrochen.
  • Sofern die Beihilfen für den Unterhalt nicht benötigt werden, können sie verweigert oder gekürzt werden.
  • Heimbewohnerinnen und Heimbewohner haben im Normalfall keinen Anspruch auf Beihilfen.

Anspruch auf Gemeindezuschüsse

Die Gemeinden können zu den Ergänzungsleistungen Gemeindezuschüsse gewähren. Die Anspruchsbedingungen regelt die betreffende Gemeinde.

Wann beginnt der Anspruch auf Zusatzleistungen zur AHV/IV?

Wenn sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausrichtung erfüllt sind, beginnt der Anspruch auf Zusatzleistungen im Monat, in dem die Anmeldung eingereicht wurde.

Ausnahme

Wer eine Anmeldung für Zusatzleistungen innerhalb von sechs Monaten einreicht, nachdem er die Verfügung über die AHV/IV-Rente erhielt, erhält die Zusatzleistungen:

  • Mit dem Monat, in dem der Rentenanspruch beginnt, wenn die Rente ab Monat der Rentenanmeldung oder von einem späteren Monat an zugesprochen wird.
  • Mit dem Monat, in dem die Rentenanmeldung eingereicht wurde, wenn die Rente für eine vor der Rentenanmeldung liegenden Zeitspanne zugesprochen wird.

Wann endet der Anspruch auf Zusatzleistungen zur AHV/IV?

Auf Ende des Monats, in dem die Voraussetzungen weggefallen sind.

Zusatzleistungen zur AHV/IV: Leistungen

Überblick über die verschiedenen Leistungen.

Jährliche Ergänzungsleistungen mit monatlicher Auszahlung

Hinweise Was wird vergütet?

 

Persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse sind ausschlaggebend.

Unterscheidung zwischen Personen, die zu Hause leben, und Personen, die in einem Heim wohnen.

 

 

Differenz zwischen anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen.

Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten

Art der Kosten Hinweise Was wird vergütet ?
Kostenbeteiligung gemäss KVG Franchise und Selbstbehalt,
d. h. 10% der die Franchise übersteigenden Kosten.
Maximal CHF 1000.00 für Franchise und Selbstbehalte der obligatorischen Grundversicherung.
Zahnbehandlung Nur für einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Zahnbehandlungen.

Wer Kosten von voraussichtlich über
CHF 3000.00 erwartet, muss der EL-Durchführungsstelle vor Behandlungsbeginn einen detaillierten Kostenvoranschlag einreichen.
Kosten für einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Zahnbehandlungen, höchstens CHF 3000.00, wenn kein Kostenvoranschlag eingereicht wurde.
Hilfe und Betreuung zu Hause Kosten für Personen, die nicht im selben Haushalt leben und Hilfe oder Betreuung leisten. Maximal CHF 4800.00 pro Jahr.
Transportkosten Transport zum nächstgelegenen medizinischen Behandlungsort oder Transporte, die durch Notfall oder notwendige Verlegung in der Schweiz entstanden sind. Ausgewiesene Transportkosten, die nicht von einer Krankenkasse vergütet werden.
Hilfsmittel, Pflegehilfs- und Behandlungsgeräte Nur, wenn die Hilfsmittel nicht auf Grund der Bestimmungen der AHV, der IV, der Krankenversicherung oder einer anderen Versicherung abgegeben werden. Anschaffungskosten oder Kosten für die leihweise Abgabe von Hilfsmitteln, Pflegehilfs- und Behandlungsgeräten, sofern diese einfach und zweckmässig sind.

Die obige Aufzählung ist nicht abschliessend. Fragen beantwortet die zuständige EL-Durchführungsstelle.

Jährliche Maximalbeträge für Krankheits- und Behinderungskosten, zusätzlich zu den jährlichen EL:

Alleinstehende: CHF 25'000.00
Ehepaare: CHF 50'000.00
Heimbewohner: CHF 6000.00

  • Die Kosten müssen den Anspruchsberechtigten oder den in der EL-Berechnung berücksichtigten Personen selbst entstanden sein.
  • Es muss eine ärztliche Verordnung vorliegen.
  • Die Kosten müssen in der Schweiz entstanden sein.
  • Krankheitskosten werden nur vergütet, wenn sie innert 15 Monaten seit Rechnungsstellung bei der zuständigen Durchführungsstelle geltend gemacht werden und die Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug einer jährlichen EL erfüllt sind.
  • Besteht kein Anspruch auf Zusatzleistungen, da ein Einnahmenüberschuss vorliegt, können unter Umständen trotzdem Krankheitskosten vergütet werden, sofern diese höher sind als der Einnahmenüberschuss.

Kantonale Beihilfen

Hinweise Was wird vergütet?
Jährlicher Höchstanspruch

 

Alleinstehende: CHF 2420.00
Ehepaare: CHF 3630.00
unmündige Waisen: CHF 1210.00
unmündige Kinder: CHF 1210.00
mündige Waisen: CHF 2420.00
mündige Kinder: CHF 2420.00

 

Gemeindezuschüsse

Die Gemeinden können zu den kantonalen Beihilfen Gemeindezuschüsse gewähren. Die Anspruchsbedingungen regelt die betreffende Gemeinde, welche auch allfällige Fragen beantwortet.

Zusatzleistungen zur AHV/IV: Anmeldung

Wer seinen Anspruch auf Zusatzleistungen zur AHV/IV geltend machen will, muss sich persönlich oder durch eine bevollmächtigte Person anmelden.

Und das geht so:

  • Ihre Wohngemeinde berät Sie gerne und hilft Ihnen beim Ausfüllen der Anmeldung.
  • Reichen Sie die Anmeldung zusammen mit den verlangten Unterlagen bei Ihrer Wohngemeinde ein.

Der Entscheid wird Ihnen schriftlich mitgeteilt. Bei Unklarheiten steht Ihnen die zuständige Durchführungsstelle für zusätzliche Erklärungen gerne zur Verfügung. Sofern Sie mit einem Entscheid trotzdem nicht einverstanden sind, können Sie dagegen Einsprache erheben.

Zusatzleistungen zur AHV/IV: Meldepflicht

Zusatzleistungen sind individuell auf die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse ausgerichtete Bedarfsleistungen.

Jede Änderung der persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnisse beeinflusst die Höhe der Leistung und muss sofort der auf der Leistungsverfügung aufgeführten Durchführungsstelle gemeldet werden.

Die Meldepflicht gilt insbesondere für:

  • Adressänderungen
  • Wohnsitzwechsel
  • Trennung, Scheidung oder Wiederverheiratung
  • Tod eines Ehegatten oder mitbeteiligten Kindes
  • Beendigung der Lehre oder Schule
  • Aufnahme oder Aufgabe einer Erwerbstätigkeit
  • Erhöhung oder Verminderung des Einkommens oder Vermögens (Erbschaften, Schenkungen, Renten, Pensionen)
  • Liegenschafts- und Grundstücksverkauf
  • Beginn und Wegfall von Krankenkassenleistungen
  • Ein- und Austritte bei Alters- und Pflegeheimen
  • Wegfall, Erhöhung oder Reduktion der Invalidenrente
  • Erfüllung des 25. Altersjahres eines beteiligten Kindes
  • Länger als 3 Monate dauernde Heilanstalt-/Spitalaufenthalte
  • Länger als 3 Monate dauernde Auslandaufenthalte

Wer eine der oben genannten Änderungen nicht sofort meldet, riskiert:

  • dass die Zusatzleistungen nicht rechtzeitig ausbezahlt werden.
  • dass zu Unrecht bezogene Leistungen zurückerstattet werden müssen.

Wer durch unwahre oder unvollständige Angaben oder durch Verweigerung von Auskunft für sich oder andere unrechtmässig Zusatzleistungen erwirkt, kann mit Gefängnis oder Busse bestraft werden.

Zusatzleistungen zur AHV/IV: Hintergrund

Rückerstattung

  • Zu Recht bezogene eidgenössische Ergänzungsleistungen zur AHV/IV sind nicht rückerstattungspflichtig.
  • Rechtmässig bezogene kantonale Beihilfen und Zuschüsse sowie Gemeindezuschüsse sind in der Regel zurückzuerstatten, wenn die Bezügerinnen und Bezüger in günstigere Verhältnisse gekommen sind bzw. aus dem Nachlass einer berechtigten Person.