produkte_pic_1

Wer bezahlt Beiträge an die Mutterschaftsentschädigung?

Die Mittel für die Mutterschaftsentschädigung stammen aus der Erwerbsersatzordnung (EO). Wer in der AHV obligatorisch versichert ist, bezahlt zusätzlich auch EO-Beiträge.

Der Beitrag an die EO beträgt 0,45 Prozent des massgebenden Lohnes. Dazu gehört das gesamte Bar- und Naturaleinkommen (z. B. freie Unterkunft und Verpflegung) inklusive Gratifikation und 13. Monatslohn. Arbeitgebende und Arbeitnehmende bezahlen je 0,225 Prozent. Selbständigerwerbende bezahlen den ganzen Beitrag.

Direkt ausbezahlte Mutterschaftsentschädigung

Erhält die Mutter die Entschädigung direkt von der Ausgleichskasse, ist die Entschädigung beitragspflichtiges Erwerbseinkommen. Die Ausgleichskasse zieht vor der Auszahlung die Sozialversicherungsbeiträge ab.

Wer hat Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung?

Frauen, die bei der Geburt des Kindes als erwerbstätig gelten, haben Anspruch auf Entschädigung für den Verdienstausfall im Mutterschaftsurlaub. Ob sie danach wieder erwerbstätig sind, spielt keine Rolle.

Eine Mutterschaftsentschädigung erhalten:

  • Arbeitnehmerinnen
  • Selbständigerwerbende
  • Frauen, die im Betrieb des Ehemannes, der Familie oder des
  • Konkubinatspartners mitarbeiten und einen Barlohn erhalten
  • Arbeitslose Frauen, die bis zur Geburt des Kindes von der Arbeitslosenversicherung ein Taggeld beziehen, das aufgrund eines früheren Lohnes berechnet wurde
  • Frauen, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes die Anforderungen für ein Arbeitslosentaggeld erfüllen, ohne sich aber dafür angemeldet zu haben
  • Arbeitsunfähige Frauen

Sie erhalten eine Mutterschaftsentschädigung, wenn sie drei Voraussetzungen erfüllen:

  • In den neun Monaten vor Geburt des Kindes obligatorisch in der AHV versichert. Bei einer Geburt vor dem 9. Schwangerschaftsmonat gilt eine entsprechend kürzere Frist.
  • Mindestens fünf Monate lang unselbständig oder selbständig erwerbstätig während dieser Zeit.
  • Zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes besteht ein gültiges Arbeitsverhältnis beziehungsweise eine selbständige Erwerbstätigkeit (betrifft nicht: arbeitslose oder arbeitsunfähige Mütter).

Versicherungs- und Beschäftigungszeiten in EU- oder EFTA-Staaten zählen ebenfalls, wenn der ausländische Versicherungsträger sie mit dem Formular E 104 bestätigt.

Wie hoch ist die Mutterschaftsentschädigung?

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des Erwerbseinkommens vor der Geburt. Sie ist begrenzt auf CHF 196.00 pro Tag während 14 Wochen.

Wie viel Mutterschaftsentschädigung erhalte ich? – Der Online-Rechner gibt Auskunft.

Die Ausgleichskasse zahlt die Mutterschaftsentschädigung als Taggeld aus. Das Maximum von CHF 196.00 pro Tag ist erreicht bei einem Monatseinkommen von CHF 7350.00 oder einem Jahreseinkommen von CHF 88'200.00.

Berechnungsbeispiel für das Maximum

Monatseinkommen: CHF 7350.00 x 0.80 / 30 Tage = CHF 196.00 pro Tag
Jahreseinkommen: CHF 88'200.00 x 0.80 / 360 Tage = CHF 196.00 pro Tag

Welches Einkommen gilt

Grundlage für die Berechnung der Mutterschaftsentschädigung ist das AHV-pflichtige Einkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Dabei gilt:

Bei regelmässigem Einkommen stützt sich die Ausgleichskasse auf den letzten Kalendermonat vor der Geburt des Kindes, wobei sie berücksichtigt: 13. Monatslohn, Bonus, Zulagen (etwa für Nachtdienst), unbezahlter Urlaub. Monate mit vermindertem oder fehlendem Einkommen wegen Krankheit oder Unfall führen zu keiner tieferen Entschädigung.

Dauer der Mutterschaftsentschädigung

Die Ausgleichskasse entschädigt den Verdienstausfall bzw. Arbeitsausfall ab dem Tag der Geburt während höchstens 14 Wochen oder 98 Tagen. Nimmt die Mutter die Arbeit früher ganz oder teilweise wieder auf, endet der Anspruch vorzeitig. Bleibt das Kind nach der Geburt für mindestens drei Wochen im Spital, kann die Mutter beantragen, dass die Entschädigung erst beginnt, wenn das Kind nach Hause kommt.

Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung geht einem Anspruch auf Taggelder der folgenden Versicherungen vor:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Invalidenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Militärversicherung
  • Grundentschädigung für Dienstleistende

Die Mutterschaftsentschädigung entspricht mindestens dem bisherigen Taggeld.

Entschädigung für arbeitslose Frauen

Die Mutterschaftsentschädigung für Frauen, die bis zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung bezogen haben, wird aufgrund des Einkommens vor der Arbeitslosigkeit berechnet. Sie entspricht mindestens dem bisherigen Taggeld.

Mutterschaftsentschädigung: wie anmelden?

Die Mutter gibt die Anmeldung ihrem Arbeitgeber ab. Dieser schickt das Formular der Ausgleichskasse. Wenn die Mutter selbständigerwerbend ist, schickt sie die Anmeldung direkt der zuständigen Ausgleichskasse.

Arbeitslose oder arbeitsunfähige Mütter lassen die Anmeldung von ihrem letzten Arbeitgeber ausfüllen und schicken diese zusammen mit Kopien der Taggeldabrechnungen der Ausgleichskasse des letzten Arbeitgebers.

Die Anmeldung ist möglich innert fünf Jahren nach Ende des 14-wöchigen Mutterschaftsurlaubs.

Mutterschaftsentschädigung: wie funktioniert die Auszahlung?

Erhält die Mutter während des Urlaubs weiterhin den Lohn, geht die Entschädigung an den Arbeitgeber. Wenn nicht, zahlt die Ausgleichskasse die Mutterschaftsentschädigung direkt der Mutter aus.

In den folgenden Fällen zahlt die Ausgleichskasse auch einer unselbständig erwerbstätigen Mutter die Entschädigung auf Wunsch direkt aus:

  • Differenzen mit dem Arbeitgeber
  • zahlungsunfähiger oder säumiger Arbeitgeber

Die Ausgleichskasse zahlt die Mutterschaftsentschädigung am Monatsende nachschüssig aus. Beträgt die Entschädigung weniger als CHF 200.00 pro Monat, zahlt die Ausgleichskasse den gesamten Betrag am Ende des Mutterschaftsurlaubs aus.

Was gibt es zur Mutterschaftsentschädigung sonst noch zu wissen?

Erwerbstätige Frauen haben Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Die Mutterschaftsentschädigung gleicht den Verdienstausfall der Frau, bzw. den Arbeitsausfall des Arbeitgebers aus.

Die Mittel für die Mutterschaftsentschädigung stammen aus der Erwerbsersatzordnung (EO). Diese basiert wie AHV und IV auf dem Solidaritätsprinzip. Sie erfasst die ganze Bevölkerung – unabhängig davon, ob jemand einmal in die Lage kommen wird, Leistungen zu beanspruchen. Wer in der AHV obligatorisch versichert ist, bezahlt zusätzlich auch EO-Beiträge.

Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen früheren Erwerbseinkommens der Mutter, höchstens CHF 196.00 pro Tag.

Die Schweiz hat die Mutterschaftsentschädigung Mitte 2005 eingeführt.

Maternity Benefit – Indennità in caso di maternità – Allocation de maternité

Mutterschaftsentschädigung: Formulare auf Englisch, Italienisch und Französisch