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Reisekosten der IV: Wer hat Anspruch?

Die IV-Stelle vergütet Kosten für Fahrten auf dem direkten Weg zwischen dem Wohnort der versicherten Person und der nächstgelegenen Durchführungsstelle.

Die IV-Stelle vergütet Reisekosten für:

  • die Versicherte oder den Versicherten
  • eine notwendige Begleitperson
  • Angehörige auf Besuch
  • das mitgeführte Invalidenfahrzeug, das notwendige Gepäck und den Blindenführhund

Wählen Versicherte eine weiter entfernte Durchführungsstelle als die nächstgelegene, müssen sie die Mehrkosten selbst tragen.

Im Ortskreis übernimmt die IV-Stelle erst Kosten ab CHF 10.00 im Monat.

Keine zusätzliche Vergütung von Reisekosten bei Hörgeräten

Der Pauschalbeitrag für Hörgeräte deckt auch allfällige Reisekosten für Anpassung und Reparatur ab. Deshalb vergütet die IV-Stelle dafür keine weiteren Kosten.

Reisekosten der IV: Welche Leistungen gibt es?

Unter folgenden Voraussetzungen vergütet die IV-Stelle Reisekosten für öffentliche Verkehrsmittel, Besuche von Angehörigen und Verpflegung und Unterkunft.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die IV-Stelle gibt Reisegutscheine für öffentliche Verkehrsmittel (2. Klasse) ab, die bei den Verkehrsbetrieben eingelöst werden können.

Andere Verkehrsmittel

Wer wegen Invalidität ein anderes Verkehrsmittel benützen muss, erhält von der IV die daraus entstehenden Kosten. Bei der Fahrt mit dem Privatauto werden CHF 0.45 pro Kilometer vergütet.

Besuche von Angehörigen

Wenn die oder der Versicherte aus medizinischen oder sonstigen schwerwiegenden Gründen das Schulinternat, die Eingliederungsstätte oder das Krankenhaus nicht verlassen kann oder die Fahrt sehr kostspielig ist, vergütet die IV-Stelle die Kosten für Besuche Angehöriger an jedem dritten Tag (zusätzlich zu den Hin- und Rückreisen am ersten und letzten Tag) des Aufenthalts.

Der Anspruch beschränkt sich auf Besuche der Eltern oder auf andere Angehörige oder Dritte, die als dem versicherten Kind nahe stehende Bezugspersonen Elternfunktionen ausüben.

Der Zeitpunkt der Fahrten ist frei wählbar. Pro Besuchsfahrt werden die Kosten für eine angehörige Person vergütet.

Verpflegung und Unterkunft

Die IV-Stelle vergütet Versicherten, die wegen Abklärungs- oder Eingliederungsmassnahmen von ihrem Wohnort abwesend sind, die Kosten für Verpflegung und Unterkunft:

  • CHF 11.50 bei einer Abwesenheit von mindestens fünf bis acht Stunden
  • CHF 19.00 bei einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden
  • CHF 37.50 für Übernachtungen, wenn der Versicherte aufgrund der Entfernung am selben Tag nicht zum Wohnort zurückkehren kann.

Begleitpersonen

Wenn Versicherte nicht alleine reisen können, erhält die Begleitperson am Eintritts- und Austrittstag dieselben Vergütungen.

Reisekosten der IV: Anmeldung

Versicherte müssen den Gutschein für Reisekosten spätestens fünf Tage vor der Fahrt bei der IV-Stelle anfordern.

Folgende Angaben sind dazu nötig:

  • Name und Vorname, Geburtsdatum und Versichertennummer der versicherten Person
  • Fahrstrecke
  • Art des benötigten Fahrausweises (einfache oder Retourfahrt, Mehrfahrtenkarte, Abonnement)
  • Name der Begleitperson
  • Angaben zur allfälligen Beförderung von Invalidenrollstuhl, Kinderwagen oder Blindenführhund
  • Zweck der Fahrt
  • Dauer der Abwesenheit

Vergütung der Fahrkosten im Nachhinein

Die Fahrkosten und die Beiträge an Verpflegung und Unterkunft können der IV-Stelle auch mit einem Abrechnungsformular und den entsprechenden Belegen in Rechnung gestellt werden.

Reisekosten der IV: Hintergrund

Was gibt es sonst noch über die Vergütung der Reisekosten zu wissen?

Kein Anspruch auf einen Beitrag an Verpflegung und Unterkunft besteht, wenn die IV-Stelle bereits für die Unterkunft und/oder Verpflegung aufkommt. Zum Beispiel bei einem stationären Spitalaufenthalt; bei Wochenend- und Besuchsreisen der versicherten Person oder ihrer Angehörigen und Begleitpersonen.

Missbräuchliche Verwendung ist strafbar

Wer einen Gutschein nicht einlöst, muss ihn bei der Stelle zurückgeben, die ihn ausgestellt hat. Dasselbe gilt für Abonnemente oder Mehrfahrtenkarten, die nicht oder nur teilweise benützt wurden. Jede missbräuchliche Verwendung von Gutscheinen und Fahrausweisen ist strafbar.