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Wer hat Anspruch auf Familienzulagen?

Selbständigerwerbende Landwirtinnen und Landwirte sowie Arbeitnehmende, die für Kinder unter 16 Jahren sorgen oder junge Erwachsene in Ausbildung unterstützen, haben Anspruch auf Familienzulagen.

Im Kanton Zürich haben Landwirtinnen und Landwirte sowie landwirtschaftliche Arbeitnehmende Anspruch auf Familienzulagen, wenn sie bzw. die Kinder die folgenden Eigenschaften oder Voraussetzungen erfüllen:

Bei selbständigerwerbender Tätigkeit

  • Landwirtinnen und Landwirte, die im Verlauf des Jahres vorwiegend in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb tätig sind und den überwiegenden Teil des Lebensunterhalts ihrer Familie aus dieser Tätigkeit bestreiten. Bei nebenberuflicher Tätigkeit besteht der Anspruch nur während der landwirtschaftlichen Tätigkeit.
  • Älplerinnen und Älpler – bei nebenberuflicher Tätigkeit nur für die Zeit auf der Alp, sofern diese mindestens zwei Monate lang ununterbrochen bewirtschaftet wird
  • Berufsfischerinnen und Berufsfischer, die hauptberuflich tätig sind

Bei unselbständiger Tätigkeit

  • Arbeitnehmende mit einem AHV-pflichtigen Einkommen von
    mindestens CHF 7110.00 pro Jahr bzw. CHF 592.00 pro Monat. Bedingung ist, dass der Lohn mindestens den ortsüblichen Ansätzen für landwirtschaftliche Arbeitnehmende entspricht. Hat jemand mehrere Arbeitgebende, zählt das gesamte Erwerbseinkommen.

Familienangehörige des Betriebsleiters, die im Betrieb mitarbeiten, haben den gleichen Anspruch wie selbständigerwerbende Landwirtinnen und Landwirte.

Familienzulagen sind möglich für:

  • leibliche oder adoptierte Kinder
  • Stiefkinder, die überwiegend im gemeinsamen Haushalt leben oder bis zur Mündigkeit gelebt haben
  • Pflegekinder, die unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erziehung aufgenommen sind
  • Geschwister und Enkelkinder, für deren Unterhalt die antragstellende Person überwiegend aufkommt

Für Kinder im Ausland gelten besondere Bestimmungen.

Wenn das Erwerbseinkommen des Kindes höher ist als CHF 28'440.00 pro Jahr, besteht kein Anspruch auf Ausbildungszulagen.

Eine Zulage pro Kind

Pro Kind ist nur eine Zulage möglich. Wenn mehrere Personen infrage kommen, die Zulage zu beantragen, gilt diese Reihenfolge:

  1. wer erwerbstätig ist
  2. wer die elterliche Sorge hat oder bis zur Mündigkeit des Kindes hatte
  3. wer überwiegend mit dem Kind zusammenlebt oder bis zur Mündigkeit zusammengelebt hat
  4. wer im Wohnsitzkanton des Kindes Zulagen beziehen kann
  5. wer das höhere AHV-pflichtige Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hat
  6. wer das höhere AHV-pflichtige Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit hat

Besondere Situationen

Hätte der andere Elternteil Anspruch auf höhere Zulagen, kann er eine Differenzzahlung beantragen.

Meldepflicht

Änderungen der persönlichen, finanziellen oder beruflichen Verhältnisse, die den Anspruch auf Familienzulagen beeinflussen, sind dem Arbeitgeber oder der zuständigen Familienausgleichskasse umgehend mitzuteilen.

Wie hoch sind die Familienzulagen in der Landwirtschaft?

Die Familienzulagen bestehen aus Kinderzulagen und Ausbildungszulagen von monatlich CHF 200.00 bis CHF 270.00. Dazu kommen je nach Situation eine Haushaltungszulage und Differenzzulagen.

Monatliche Zulagen im Kanton Zürich je nach Alter und Situation des Kindes

bis vollendetes 12. Altersjahr Talgebiet Kinderzulage CHF 200.00
Berggebiet Kinderzulage CHF 220.00
vollendetes 12. bis vollendetes 16. Altersjahr, bei Erwerbsunfähigkeit bis vollendetes 20. Altersjahr Talgebiet Kinderzulage
und Differenzzulage
CHF 200.00
CHF   50.00
Berggebiet Kinderzulage
und Differenzzulage
CHF 220.00
CHF   30.00
in Ausbildung
vollendetes 16. bis höchstens vollendetes 25. Altersjahr
Talgebiet Ausbildungszulage CHF 250.00
Berggebiet Ausbildungszulage CHF 270.00

Arbeitnehmende, die mit der Familie in der Schweiz oder in einem EU/EFTA-Staat leben, erhalten zusätzlich eine monatliche Haushaltungszulage von CHF 100.00.

Familienzulagen in der Landwirtschaft: Wie anmelden?

Wer im Kanton Zürich Familienzulagen beziehen will, meldet sich bei der SVA Zürich oder über den Arbeitgeber an.

Arbeitnehmende können auch vom Arbeitgeber lediglich die Anstellungsbedingungen bestätigen lassen und das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular mit allen Belegen direkt der SVA Zürich schicken.

Verjährung

Nachforderung und Rückerstattung von Familienzulagen sind auf fünf Jahre beschränkt. Anspruch und Leistung richten sich nach den jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmungen.

Familienzulagen in der Landwirtschaft: Wie funktioniert die Auszahlung?

Selbständigerwerbende Landwirtinnen und Landwirte im Kanton Zürich erhalten die Zulagen von der SVA Zürich. Arbeitnehmende erhalten sie vom Arbeitgeber mit dem Lohn.

Die SVA Zürich schreibt selbständigerwerbenden Landwirtinnen und Landwirten die Familienzulagen vierteljährlich gut. Sie verrechnet sie mit den Beiträgen an die AHV-Ausgleichskasse.

Um Familienzulagen auszuzahlen, benötigen landwirtschaftliche Arbeitgebende im Kanton Zürich eine Verfügung der SVA Zürich. Sie führen die Zulagen in der Lohnabrechnung für die Mitarbeitenden auf. Die SVA Zürich schreibt den Arbeitgebenden die ausbezahlten Familienzulagen gut und verrechnet sie mit den Beiträgen an die AHV-Ausgleichskasse.

Dauer des Anspruchs

Der Anspruch auf Familienzulagen beginnt und endet mit dem Anspruch auf Lohn. In den folgenden Situationen besteht aber der Anspruch auf Familienzulagen noch während des laufenden und der nächsten drei Kalendermonate:

  • Unbezahlter Urlaub (gilt seit 1. Januar 2012)
  • Krankheit
  • Unfall
  • Schwangerschaft
  • Tod
  • Erfüllung gesetzlicher Pflichten wie Militärdienst

Mutterschaftsurlaub

Während des Mutterschaftsurlaubs bleibt der Anspruch auf Familienzulagen bestehen, längstens während 16 Wochen. Bei Auflösung des Arbeitsvertrags auf den Zeitpunkt der Geburt besteht der Anspruch auf Familienzulagen solange wie jener auf Mutterschaftsentschädigung.

Familienzulagen in der Landwirtschaft: Was gilt für Kinder im Ausland?

Eltern erhalten je nach Situation auch Familienzulagen für ihre Kinder im Ausland. Entscheidend sind die Nationalität der Eltern und der Wohnsitz der Kinder.

    

Nationalität des bezugsberechtigten Elternteils Kind lebt in Familienzulagen
Schweiz  EU, EFTA  ja 
EU  EU (Kroatien seit 1.1.2017)  ja 
EFTA (ohne Schweiz)  EFTA  ja 

Für detaillierte Angaben und für Kinder anderer Staatsangehöriger siehe Merkblatt Familienzulagen in der Landwirtschaft.

Welche Zulagen erhalte ich für Kinder im Ausland? – Der Online-Rechner gibt Auskunft

Wer finanziert die landwirtschaftlichen Familienzulagen?

Die Familienzulagen in der Landwirtschaft finanzieren Bund und Kantone sowie die Arbeitgebenden.

Die Familienzulagen für selbständigerwerbende Landwirtinnen und Landwirte finanzieren Bund und Kantone.

An die Zulagen für Arbeitnehmende leisten die Arbeitgebenden Beiträge: 2 Prozent auf AHV-pflichtige Bar- und Naturallöhne in landwirtschaftlichen Betrieben. Den Restbetrag sowie die Zulagen für Landwirtinnen und Landwirte übernehmen zu zwei Dritteln der Bund und zu einem Drittel die Kantone.

Familienzulagen in der Landwirtschaft: Was gilt als Ausbildung?

Ausbildungszulagen gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und höchstens 25 Jahren in der Lehre oder im Studium.

Als Ausbildung gilt:

  • der Besuch von Schulen oder Kursen, die der Allgemeinbildung oder der Berufsbildung dienen, zum Beispiel ein Hochschulstudium
  • jede Tätigkeit zur systematischen Vorbereitung auf eine Erwerbstätigkeit, zum Beispiel eine Berufslehre
  • ein Sprachaufenthalt im Ausland mit Schulbesuch

Keine Ausbildungszulage gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene,

  • wenn sie zur Hauptsache erwerbstätig sind und nebenbei eine Schule oder Kurse besuchen
  • wenn ihr jährliches Erwerbseinkommen höher ist als CHF 28'440.00
    (bis 31.12.2018: CHF 28'200.00)

Erstmals Ausbildungszulagen beantragen

Wer zum ersten Mal Ausbildungszulagen beantragt, übergibt das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular mit den dort erwähnten erforderlichen Beilagen dem Arbeitgeber oder schickt sämtliche Dokumente direkt der zuständigen Familienausgleichskasse.

Ausbildungszulagen verlängern

Für die Verlängerung von Ausbildungszulagen genügt es, eine Änderungsmeldung auszufüllen und mit einer Ausbildungsbestätigung (z. B. Lehrvertrag, Schulbestätigung, Immatrikulationsbestätigung) dem Arbeitgeber abzugeben oder direkt der zuständigen Familienausgleichskasse zu schicken.

Um Ausbildungszulagen für Studierende zu verlängern, genügt der SVA Zürich ab dem zweiten Studiensemester eine Kopie der Immatrikulationsbestätigung, auf der die AHV-Nummer des zulagenbeziehenden Elternteils sowie Name und Adresse des Arbeitgebers notiert sind.