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Wer bezahlt Beiträge an die Familienzulagen?

Im Kanton Zürich finanzieren die Arbeitgebenden die Familienzulagen über Lohnprozente. Bei der SVA Zürich beträgt der Beitragssatz aktuell 1,2 Prozent.

Alle Arbeitgebenden mit Wohn- oder Geschäftssitz, Zweigniederlassung, Betriebs- oder Arbeitsstätte im Kanton Zürich sind verpflichtet, einer hier tätigen Familienausgleichskasse beizutreten und die Beiträge zu leisten. Ausgenommen sind einzig Arbeitgebende, die von Beiträgen an AHV, IV und EO befreit sind.

Wer hat Anspruch auf Familienzulagen?

Arbeitnehmende, die für Kinder unter 16 Jahren sorgen oder junge Erwachsene in Ausbildung unterstützen, haben Anspruch auf Familienzulagen.

Anspruch auf Familienzulagen haben Arbeitnehmende mit einem AHV-pflichtigen Einkommen von mindestens CHF 7110.00 pro Jahr bzw. CHF 592.00 pro Monat. Hat jemand mehrere Arbeitgebende, zählt das gesamte Erwerbseinkommen.

Arbeitnehmende mit einem tieferen Einkommen haben im Kanton Zürich nur Anspruch auf Familienzulagen, wenn sie die folgenden drei Voraussetzungen erfüllen:

  • steuerbares Gesamteinkommen der letzten rechtskräftigen Veranlagung der direkten Bundessteuer nicht höher als CHF 42'660.00 (ohne Familienzulagen)
  • kein Bezug von Ergänzungsleistungen
  • Wohnsitz im Kanton Zürich

Familienzulagen sind möglich für:

  • leibliche oder adoptierte Kinder
  • Stiefkinder, die überwiegend im gemeinsamen Haushalt leben oder bis zur Mündigkeit gelebt haben
  • Pflegekinder, die unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erziehung aufgenommen sind
  • Geschwister und Enkelkinder, für deren Unterhalt die Arbeitnehmenden überwiegend aufkommen

Für Kinder im Ausland gelten besondere Bestimmungen.

Wenn das Erwerbseinkommen des Kindes höher ist als CHF 28'440.00 pro Jahr, besteht kein Anspruch auf Ausbildungszulagen.

Eine Zulage pro Kind

Pro Kind ist nur eine Zulage möglich. Wenn mehrere Personen infrage kommen, die Zulage zu beantragen, gilt diese Reihenfolge:

  1. wer erwerbstätig ist
  2. wer die elterliche Sorge hat oder bis zur Mündigkeit des Kindes hatte
  3. wer überwiegend mit dem Kind zusammenlebt oder bis zur Mündigkeit zusammengelebt hat
  4. wer im Wohnsitzkanton des Kindes Zulagen beziehen kann
  5. wer das höhere AHV-pflichtige Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hat
  6. wer das höhere AHV-pflichtige Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit hat

Habe ich Anspruch auf Familienzulagen? – Diese Online-Abfrage gibt Auskunft.

Höhere Zulage im andern Kanton oder Staat

Arbeitet der andere Elternteil in einem Kanton oder Staat, in dem die gesetzlich festgelegten Familienzulagen höher sind, kann er eine Differenzzahlung beantragen.

Meldepflicht

Änderungen der persönlichen, finanziellen oder beruflichen Verhältnisse, die den Anspruch auf Familienzulagen beeinflussen, sind dem Arbeitgeber oder der zuständigen Familienausgleichskasse umgehend mitzuteilen.

Wie hoch sind die Familienzulagen?

Im Kanton Zürich bestehen die Familienzulagen aus altersabhängigen Kinderzulagen und Ausbildungszulagen von monatlich CHF 200.00 oder CHF 250.00.

Monatliche Zulagen je nach Alter und Situation des Kindes

bis vollendetes 12. Altersjahr Kinderzulage CHF 200.00
vollendetes 12. bis vollendetes 16. Altersjahr, bei Erwerbsunfähigkeit bis vollendetes
20. Altersjahr
Kinderzulage CHF 250.00
in Ausbildung
vollendetes 16. bis höchstens vollendetes
25. Altersjahr
Ausbildungszulage CHF 250.00

Familienzulagen: Wie anmelden?

Wer Familienzulagen beziehen will, meldet sich am einfachsten über den Arbeitgeber an. Dieser leitet den Antrag an seine Familienausgleichskasse zur Prüfung weiter.

Es ist auch möglich, vom Arbeitgeber die Anstellungsbedingungen bestätigen zu lassen und das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular mit allen Belegen direkt der zuständigen Familienausgleichskasse zu schicken.

Arbeitgebende mit vereinfachtem Abrechnungsverfahren

Wenn Arbeitgebende die Familienzulagen im vereinfachten Verfahren abrechnen, prüfen sie die Anträge ihrer Mitarbeitenden selber.

Verjährung

Nachforderung und Rückerstattung von Familienzulagen sind auf fünf Jahre beschränkt. Anspruch und Leistung richten sich nach den jeweils gültigen gesetzlichen Bestimmungen.

Familienzulagen: Wie funktioniert die Auszahlung?

Die Arbeitgebenden erhalten von ihrer Familienausgleichskasse eine Verfügung. Danach zahlen sie die Familienzulagen mit dem Lohn aus.

Um Familienzulagen auszuzahlen, benötigen Arbeitgebende eine Verfügung ihrer Familienausgleichskasse. Sie führen die Zulagen in der Lohnabrechnung für die Mitarbeitenden auf. Die Familienausgleichskasse schreibt den Arbeitgebenden die verfügten Familienzulagen gut und verrechnet sie mit den Beiträgen an Familienausgleichskasse und AHV-Ausgleichskasse.

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren für Arbeitgebende

Wenn Arbeitgebende die Familienzulagen im vereinfachten Verfahren abrechnen, prüfen sie die Anträge ihrer Mitarbeitenden selber und benötigen somit keine Verfügung.

Dauer des Anspruchs

Der Anspruch auf Familienzulagen beginnt und endet mit dem Anspruch auf Lohn. In den folgenden Situationen besteht aber der Anspruch auf Familienzulagen noch während des laufenden und der nächsten drei Kalendermonate:

  • Unbezahlter Urlaub
  • Krankheit
  • Unfall
  • Schwangerschaft
  • Tod
  • Erfüllung gesetzlicher Pflichten wie Militärdienst

Mutterschaftsurlaub

Während des Mutterschaftsurlaubs bleibt der Anspruch auf Familienzulagen bestehen, längstens während 16 Wochen. Bei Auflösung des Arbeitsvertrags auf den Zeitpunkt der Geburt besteht der Anspruch auf Familienzulagen so lange wie der auf Mutterschaftsentschädigung.

Familienzulagen: Was gilt für Kinder im Ausland?

Arbeitnehmende erhalten je nach Situation auch Familienzulagen für ihre Kinder im Ausland. Entscheidend sind die Nationalität der Eltern und der Wohnsitz der Kinder.

    

Nationalität des bezugsberechtigten Elternteils Kind lebt in Familienzulagen
Schweiz  EU (Kroatien seit 1.1.2017), EFTA  ja 
EU (Kroatien seit 1.1.2017) EU (Kroatien seit 1.1.2017)  ja 
EFTA (ohne Schweiz)  EFTA  ja 

Für detaillierte Angaben und für Kinder anderer Staatsangehöriger siehe Merkblatt Kinder mit Wohnsitz im Ausland.

Welche Zulagen erhalte ich für Kinder im Ausland? – Der Online-Rechner gibt Auskunft.

Familienzulagen für Arbeitnehmende: Was gilt als Ausbildung?

Ausbildungszulagen gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und höchstens 25 Jahren in der Lehre oder im Studium.

Als Ausbildung gilt:

  • der Besuch von Schulen oder Kursen, die der Allgemeinbildung oder der Berufsbildung dienen, zum Beispiel ein Hochschulstudium
  • jede Tätigkeit zur systematischen Vorbereitung auf eine Erwerbstätigkeit, zum Beispiel eine Berufslehre
  • ein Sprachaufenthalt im Ausland mit Schulbesuch

Keine Ausbildungszulage gibt es für Jugendliche und junge Erwachsene,

  • wenn sie zur Hauptsache erwerbstätig sind und nebenbei eine Schule oder Kurse besuchen
  • wenn ihr jährliches Erwerbseinkommen höher ist als CHF 28'440.00
    (bis 31.12.2018: CHF 28'200.00)

Erstmals Ausbildungszulagen beantragen

Wer zum ersten Mal Ausbildungszulagen beantragt, übergibt das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular mit den dort erwähnten erforderlichen Beilagen dem Arbeitgeber oder schickt sämtliche Dokumente direkt der zuständigen Familienausgleichskasse.

Ausbildungszulagen verlängern

Für die Verlängerung von Ausbildungszulagen genügt es, eine Änderungsmeldung auszufüllen und mit einer Ausbildungsbestätigung (z. B. Lehrvertrag, Schulbestätigung, Immatrikulationsbestätigung) dem Arbeitgeber abzugeben oder direkt der zuständigen Familienausgleichskasse zu schicken.

Um Ausbildungszulagen für Studierende zu verlängern, genügt der SVA Zürich ab dem zweiten Studiensemester eine Kopie der Immatrikulationsbestätigung, auf der die AHV-Nummer des zulagenbeziehenden Elternteils sowie Name und Adresse des Arbeitgebers notiert sind.