produkte_pic_1

Wer bezahlt Beiträge an die EO?

Die Erwerbsersatzordnung (EO) basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Wer in der AHV obligatorisch versichert ist, bezahlt zusätzlich auch EO-Beiträge.

Der Beitrag an die EO beträgt 0,45 Prozent des massgebenden Lohnes. Dazu gehört das gesamte Bar- und Naturaleinkommen (z. B. freie Unterkunft und Verpflegung) inklusive Gratifikation und 13. Monatslohn. Arbeitgebende und Arbeitnehmende bezahlen je 0,225 Prozent. Selbständigerwerbende bezahlen den ganzen Beitrag.

Wer hat Anspruch auf Erwerbsersatz?

Arbeitnehmende, Selbständigerwerbende und Nichterwerbstätige haben Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung für Dienst- oder Kurstage.

Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung haben Dienstleistende für:

  • Jeden besoldeten Diensttag in der schweizerischen Armee, im Zivilschutz und im Rotkreuzdienst
  • Jeden anrechenbaren Diensttag im Zivildienst
  • Jeden Kurstag in eidgenössischen oder kantonalen Kaderausbildungskursen von Jugend+Sport
  • Jeden Kurstag in Jungschützenleiterkursen, für den sie den Funktionssold erhalten. 

Studium und Berufslehre

Dienstleistende in Ausbildung erhalten die Entschädigung für Erwerbstätige, wenn sie diese Voraussetzung erfüllen:

  • In den zwölf Monaten vor Einrücken mindestens vier Wochen oder 20 Arbeitstage oder 160 Arbeitsstunden erwerbstätig. Wer bei mehreren Arbeitgebern tätig ist, füllt die Meldekarte eines Arbeitgebers seiner Wahl aus und legt von den anderen Arbeitgebern eine Lohnbescheinigung bei.

Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit

Bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit richtet sich die Entschädigung nach dem früheren Einkommen. Ist die Erwerbsausfallentschädigung niedriger als die Arbeitslosenentschädigung, kann die Arbeitslosenkasse die Differenz vergüten. Für Rekrutenschule und Beförderungsdienste ist dies nicht möglich.

Wie hoch ist die Entschädigung für den Erwerbsausfall?

Die Entschädigung für den Erwerbsausfall umfasst eine Grundentschädigung sowie – je nach individuellen Verhältnissen – Zulagen für Kinder, für Betreuungskosten und für einen Betrieb.

Alle Dienstleistenden erhalten die Grundentschädigung:

Erwerbstätige Normaldienst 80% des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens,
mindestens
CHF 62.00 pro Tag,
höchstens
CHF 196.00 pro Tag
Rekruten CHF 62.00 pro Tag
Rekruten mit Kindern 80% des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens,
mindestens
CHF 62.00 pro Tag,
höchstens
CHF 196.00 pro Tag.
Durchdiener während Grundausbildung* CHF 62.00 pro Tag
Durchdiener danach 80% des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens,
mindestens
CHF 62.00 pro Tag,
höchstens
CHF 196.00 pro Tag
Beförderungsdienst 80% des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens,
mindestens
CHF 111.00 pro Tag,
höchstens
CHF 196.00 pro Tag
Nichterwerbstätige Normaldienst, Rekruten, Durchdiener CHF 62.00 pro Tag
Beförderungsdienst CHF 111.00 pro Tag

* Allgemeine Grundausbildung (AGA), Funktionsgrundausbildung (FGA), Verbandsausbildung (VBA)
Erwerbstätige Durchdiener-Kader: während der allgemeinen Grundausbildung (AGA) gleiche Ansätze wie für Rekruten, danach 80% des durchschnittlichen vordienstlichen Erwerbseinkommens, mindestens CHF 91.00 pro Tag, höchstens CHF 196.00 pro Tag.

Kinderzulagen

Dienstleistende erhalten eine Kinderzulage von CHF 20.00 pro Kind und Tag für:

  • eigene Kinder
  • unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erziehung aufgenommene Pflegekinder.

Diese Zulage gibt es für minderjährige Kinder und für Kinder in Ausbildung bis 25 Jahre.

Das Total der Grundentschädigung und Kinderzulagen ist begrenzt:

  • Erwerbstätige: durchschnittliches vordienstliches Erwerbseinkommen, höchstens CHF 245.00 pro Tag.
  • Nichterwerbstätige: CHF 123.00 pro Tag, während bestimmter Beförderungsdienste CHF 172.00 pro Tag.

Betriebszulagen

Dienstleistende, welche die Kosten eines Betriebes tragen, erhalten eine Betriebszulage von CHF 67.00 pro Tag. Bedingung ist, dass sie den überwiegenden Teil ihres Einkommens aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit erzielen als:

  • Eigentümerin oder Eigentümer, Pächterin oder Pächter, Nutzniesserin oder Nutzniesser
  • Teilhaberin oder Teilhaber einer Kollektivgesellschaft
  • unbeschränkt haftende Teilhaberin beziehungsweise unbeschränkt haftender Teilhaber einer Kommanditgesellschaft
  • Teilhaberin oder Teilhaber einer einfachen Gesellschaft, Erbengemeinschaft oder einer anderen auf einen Erwerbszweck gerichteten Personengesamtheit ohne juristische Persönlichkeit.

Auch hauptberuflich mitarbeitende Familienmitglieder in der Landwirtschaft erhalten eine Betriebszulage, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind:

  • ununterbrochene Dienstleistung von mindestens zwölf Tagen
    während mindestens zehn Tagen Ersatz durch eine Aushilfe
  • Barlohn für die Aushilfe im Tagesdurchschnitt mindestens 67 Franken

Zulage für Betreuungskosten

Wer mit Kindern unter 16 Jahren zusammenlebt und an mindestens zwei aufeinander folgenden Tagen Dienst leistet, erhält eine Zulage für die Betreuungskosten. Vergütet werden die Mehrauslagen, die entstehen, weil die dienstleistende Person regelmässige Betreuungsaufgaben nicht selber wahrnehmen kann. Vergütet werden die tatsächlichen Kosten ab CHF 20.00 pro Dienst, höchstens durchschnittlich 67 Franken pro Diensttag.

Wie melde ich mich für Erwerbsersatz an?

Wer Dienst leistet oder einen Kurs besucht, erhält dort eine Meldekarte (EO-Anmeldung). Es genügt, diese Karte auszufüllen und je nach Erwerbssituation dem Arbeitgeber oder der zuständigen Ausgleichskasse weiterzuleiten.

Das geht so:

Arbeitnehmende und erwerbstätige Studierende schicken die Meldekarte dem Arbeitgeber. Wer mehrere Arbeitgebende hat, gibt die Karte einem Arbeitgeber nach eigener Wahl ab und verlangt von den andern Arbeitgebenden Lohnbescheinigungen. Die Meldekarte und sämtliche Lohnbescheinigungen sind der Ausgleichskasse jenes Arbeitgebers weiterzuleiten, der die Meldekarte ausgefüllt hat.

Wer die Meldekarte wohin schickt

Selbständigerwerbende ihrer Ausgleichskasse. Wer zugleich Arbeitnehmer ist, schickt die Karte dem Arbeitgeber.
Nichterwerbstätige Studierende der kantonalen Ausgleichskasse am Sitz der Lehranstalt. Wer nicht AHV-beitragspflichtig ist, schickt die Karte der Ausgleichskasse des Wohnsitzkantons.
Nichterwerbstätige ihrer Ausgleichskasse. Wer nicht AHV-beitragspflichtig ist, schickt die Karte der Ausgleichskasse des Wohnsitzkantons.
Arbeitslose dem letzten Arbeitgeber. Wenn die Firma nicht mehr existiert, ist die Karte mit den Angaben zum letzten Arbeitgeber der Ausgleichskasse des Wohnsitzkantons einzureichen.
Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer der Schweizerischen Ausgleichskasse,
Av. Edmond-Vaucher, Postfach 3100,
1211 Genf 2

Wie zahlt die Ausgleichskasse den Erwerbsersatz aus?

Wenn der Arbeitgeber für die Zeit des Dienstes Lohn auszahlt, kommt die Entschädigung ihm zu, soweit sie die Lohnzahlung nicht übersteigt. Wer keinen Lohn erhält, erhält die Entschädigung direkt von der Ausgleichskasse.

Dauert die Dienstleistung weniger als einen Monat, zahlt die Ausgleichskasse die Entschädigung in der Regel danach aus. Dauert die Dienstleistung länger, wird die Entschädigung erstmals nach zehn Tagen und danach monatlich ausbezahlt.

Wer die Entschädigung in kürzeren Abständen braucht, um den Lebensunterhalt für sich oder seine Angehörigen zu bestreiten, kann die Auszahlung nach jeweils zehn Tagen verlangen.

 Zulagen für Betreuungskosten zahlt die Ausgleichskasse immer direkt aus.

Was gibt es über die EO sonst noch zu wissen?

Die Erwerbsersatzordnung (EO) regelt die Erwerbsausfallentschädigung für Personen, die Militärdienst, Zivilschutz, Rotkreuzdienst oder Zivildienst leisten, und für Frauen im Mutterschaftsurlaub.

Die Ausgleichskasse entschädigt auch den Erwerbsausfall während Kaderbildungskursen von Jugend+Sport und während Jungschützenleiterkursen.

Wie AHV und IV basiert die EO auf dem Solidaritätsprinzip. Sie erfasst die ganze Bevölkerung – unabhängig davon, ob jemand einmal in die Lage kommen wird, Leistungen zu beanspruchen. Wer in der AHV obligatorisch versichert ist, bezahlt zusätzlich auch EO-Beiträge. Freiwillig versicherte Auslandschweizerinnen und -schweizer bezahlen keine Beiträge an die EO, haben aber trotzdem Anspruch auf Erwerbsausfallentschädigung, wenn sie Dienst leisten.

Die Leistungen umfassen eine Grundentschädigung sowie Zulagen für Kinder, für Betreuungskosten und für einen Betrieb.

Die Schweiz hat die EO 1953 eingeführt und Mitte 2005 um die Mutterschaftsentschädigung ergänzt.