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Wegfall Fremdbetreuung für Kinder

Wenn Eltern mit Kindern unter 12 Jahren sowie Eltern von gesundheitlich beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen zwischen 12 bis 20 Jahren die Erwerbstätigkeit unterbrechen mussten, weil die Fremdbetreuung ihrer Kinder nicht mehr gewährleistet war, haben sie Anspruch auf Entschädigung für den Erwerbsausfall.

Entschädigung wegen Kinderbetreuung: Wann und wie?

Eine Entschädigung für Erwerbsausfall aufgrund Kinderbetreuung, ist möglich für:

  • Eltern mit Kindern unter 12 Jahren
  • Eltern von gesundheitlich beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren

Der Betreuungsbedarf muss auf Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zurückzuführen sein, wie z. B. die Schliessung von Schulen, Krippen oder Sonderschulen. Wenn Sie Ihre Kinder selber nicht mehr in die externe Kinderbetreuung schicken (z.B. in die Kita), obwohl die Betreuung weiterhin möglich wäre, haben Sie keinen Anspruch auf eine Entschädigung.
 

Gibt es die Entschädigung auch für Arbeit zu Hause (Home-Office)?
Wenn die Arbeit von zu Hause aus erfolgen kann (Home-Office) und kein Erwerbsausfall vorliegt, besteht kein Anspruch auf Entschädigung.

Kann aufgrund der Kinderbetreuung im Home-Office nicht mehr das ganze Arbeitspensum geleistet werden und kommt es dadurch zu einem Erwerbsausfall, so kann Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz entstehen. Der Erwerbsausfall muss jedoch belegt werden. Dieser Nachweis muss beispielsweise anhand einer Bestätigung des Arbeitgebers (z.B. Pensumsreduktion) erfolgen.

Ausserdem müssen Sie zum Zeitpunkt des Erwerbsunterbruchs in der Schweiz gewohnt oder in der Schweiz erwerbstätig gewesen sein.

Wann beginnt und wann endet der Anspruch auf Entschädigung?
Er beginnt am 4. Tag, an dem alle Voraussetzungen erfüllt sind, also frühestens am 19. März 2020, da die Schulen in der Schweiz offiziell seit dem 16. März 2020 geschlossen sind. Der Anspruch endet, wenn Sie eine Betreuungslösung gefunden haben oder spätestens am 5. Juni 2020, ausser es besteht ein nachweisliche Einschränkung im Schulbetrieb beziehungsweise der Betreuungsstätte. Für selbständigerwerbende Eltern endet der Anspruch, wenn 30 Taggelder ausbezahlt worden sind.
Bei Teilzeitarbeit besteht der Anspruch auf Entschädigung nur für die regulären Arbeitstage.  

Gibt es die Entschädigung auch während der Schulferien?
Wenn die Schule während der Ferien üblicherweise keine Betreuung anbietet, besteht in dieser Zeit kein Anspruch auf Entschädigung. Ausnahme: Wenn die für die Schulferien geplante Betreuung nicht möglich ist (zum Beispiel die Betreuung durch die zur Risikogruppe gehörenden Grosseltern), haben Sie Anspruch auf die Entschädigung. 

Wie hoch ist die Entschädigung?
Sie beträgt 80 Prozent Ihres durchschnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens vor Beginn des Anspruchs, höchstens aber CHF 196.00 pro Tag. Basis für die Berechnung ist die aktuellste AHV-Beitrags­verfügung des Jahres 2019.

Haben beide Eltern Anspruch auf die Entschädigung?
Jeder Elternteil, der die Voraussetzungen erfüllt, hat Anspruch auf die Entschädigung. Pro Arbeits­tag wird sie aber nur einmal ausbezahlt, da die Kinderbetreuung von einem Elternteil allein bewältigt werden kann.  

Gibt es die Entschädigung auf jeden Fall?
Wenn Sie bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung beziehen, haben Sie keinen Anspruch auf die Entschädigung.

Wie komme ich zur Entschädigung?
Wenn Sie Mitglied unserer Ausgleichskasse sind, beantragen Sie sie bei uns mit diesem Formular. Wenn Sie einer anderen Ausgleichskasse angeschlossen sind, ist jene zuständig.
Wichtiger Hinweis: Sie müssen Ihren Antrag bis spätestens am 16. September 2020 eingereicht haben.

Erhalten auch meine Angestellten eine Entschädigung für die Kinderbetreuung?
Ja, mehr dazu unter Angestellte.